Zum Inhalt springen
VT

Visuelle Prüfung

Detaillierte Sichtkontrolle für eine schnelle und zuverlässige Beurteilung.

Visuelle Prüfung (VT) – zerstörungsfreie Werkstoffprüfung

Die visuelle Prüfung (VT) ist das grundlegende und oft erste Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Mit geschultem Auge und geeigneten Hilfsmitteln werden Oberflächen, Schweißnähte und Bauteile auf Unregelmäßigkeiten wie Risse, Poren, Bindefehler oder geometrische Abweichungen untersucht.

Sie liefert in kurzer Zeit eine fundierte erste Beurteilung und bildet die Basis für die Auswahl weiterführender Prüfverfahren.

Wann kommt die visuelle Prüfung zum Einsatz?

Die visuelle Prüfung steht am Anfang nahezu jeder Prüfkette. Bevor weiterführende Verfahren wie Eindring-, Magnetpulver- oder Ultraschallprüfung eingesetzt werden, gibt die Sichtprüfung einen ersten verlässlichen Eindruck vom Zustand eines Bauteils oder einer Schweißnaht.

Typisch ist die VT bei der Abnahme von Schweißverbindungen, bei wiederkehrenden Prüfungen an Anlagen und Behältern sowie in der Wareneingangs- und Fertigungskontrolle. Oberflächenfehler wie Risse, Poren, Einbrandkerben, Bindefehler oder unzulässige Nahtüberhöhungen lassen sich so frühzeitig erkennen.

Ablauf einer normgerechten Sichtprüfung

Voraussetzung für eine aussagekräftige VT sind eine ausreichende Beleuchtungsstärke (in der Regel mindestens 500 Lux) sowie ein geeigneter Betrachtungsabstand und -winkel gemäß EN ISO 17637. Die zu prüfende Oberfläche wird gereinigt und anschließend systematisch begutachtet.

Zum Einsatz kommen Hilfsmittel wie Lupen, Endoskope, Schweißnahtlehren, Spiegel und geeignete Beleuchtung. Das Ergebnis wird gegen die vereinbarte Bewertungsgruppe nach EN ISO 5817 (B, C oder D) bewertet und in einem nachvollziehbaren Prüfbericht dokumentiert.

Direkte und indirekte Sichtprüfung

Bei der direkten Sichtprüfung blickt der Prüfer unmittelbar auf die Oberfläche – gegebenenfalls unterstützt durch optische Hilfsmittel. Die indirekte Sichtprüfung nutzt Endoskope oder Kamerasysteme, um auch schwer zugängliche Innenflächen von Rohren, Behältern oder Hohlräumen zuverlässig zu beurteilen.

Anwendungen & Branchen

  • Abnahme und Bewertung von Schweißnähten
  • Stahl- und Anlagenbau
  • Behälter- und Apparatebau
  • Rohrleitungsbau
  • Wiederkehrende Prüfungen an Anlagen
  • Wareneingangs- und Fertigungskontrolle
  • Korrosions- und Schadensbeurteilung

Häufige Fragen zur Visuelle Prüfung

Was wird bei einer visuellen Prüfung (VT) untersucht?

Die VT untersucht zugängliche Oberflächen und Schweißnähte auf erkennbare Unregelmäßigkeiten wie Risse, Poren, Bindefehler, Einbrandkerben oder geometrische Abweichungen. Sie ist das grundlegende Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung.

Welche Norm gilt für die Sichtprüfung von Schweißnähten?

Maßgeblich ist die EN ISO 17637 für die Durchführung sowie die EN ISO 5817, nach der die zulässigen Grenzwerte in den Bewertungsgruppen B, C oder D festgelegt werden.

Worin unterscheiden sich direkte und indirekte Sichtprüfung?

Bei der direkten Sichtprüfung blickt der Prüfer unmittelbar auf die Oberfläche. Bei der indirekten Sichtprüfung kommen Endoskope oder Kameras zum Einsatz, um schwer zugängliche oder innenliegende Bereiche zu beurteilen.

Ist die visuelle Prüfung zerstörungsfrei?

Ja. Wie alle ZfP-Verfahren verändert die visuelle Prüfung das Bauteil nicht und kann daher beliebig oft wiederholt werden – auch an Teilen im laufenden Betrieb.

Kann die VT direkt vor Ort durchgeführt werden?

Ja, die Sichtprüfung ist mobil und wirtschaftlich direkt an Ihrem Bauteil oder Ihrer Anlage durchführbar – in der Regel ohne Demontage.